DIE BARCELONA® KOLLEKTION

“I do not oppose form, but only form as a goal.”

1929 entwirft Mies den deutschen Pavillon für die Weltausstellung in Barcelona, eine offene Konstruktion aus gegeneinander verschobenen Flächen, die durch den umfangreichen Einsatz von Glaselementen nie einen abgeschlossenen Raum bilden. Die Eirichtung besteht aus wenigen Elementen, vor allem aber aus einem modernen Thron, einem Sitzmöbel, das eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlägt und mit seinen gekreuzten Beinen an den sella curulis der römischen Könige erinnert. Das edle, stabile und gleichzeitig schwerelos wirkende Gestell trägt zwei Polster aus Leder mit Capitonné – Veredelung – ein weiteres beredtes Zeugnis aufwändiger Handwerkskunst. Unverkennbar die Absicht des Urhebers, der hier kein geschichtsloses Sitzmöbel schaffen, sondern die Erinnerung für die Zukunft bewahren will, indem er eine neue Ästhetik lanciert, die auf Nüchternheit statt Redundanz setzt.

DIE PRODUKTION

“God is in the details.”
 

In der Produktion des Barcelona-Sessels sind Genialität und Handwerkkunst bei der manuellen Bestimmung punktgenauer Details wie Nahtstellen und Steppstiche für die Polsterung besteht, auf maschinelle Hilfsmittel zurück. Handwerkliches Geschick kennzeichnet die Verbindung zwischen Tradition und Innovation, die sowohl das Design des Meisters als auch die Produktionsumgebung prägt.

MODERNE ALWAYS

“Organization is the determination of function. Order, however, imparts meaning. If we would give to each thing what intrinsically belongs to it, then all things would easily fall into their proper place.”
 

Es stimmt, dass der Barcelona-Sessel eng mit der Architekturform verbunden ist, für die er entworfen wurde, so dass er auch künftig ihr greifbarstes und langlebigstes Zeugnis bleibt: Der Pavillon der Weltausstellung überdauert zwar zunächst nur kurze Zeit und wird 1930 zerstört, um 1986 wieder  aufgebaut zu werden. Der Barcelona-Sessel wird jedoch seit dem ersten Entwurf im Jahre 1948 ohne Unterbrechung hergestellt. Was ihn so langlebig macht, ist das Potential des zeitlosen Klassikers, der das Wesen der Moderne verkörpert: Die Wahrheit der Form und die Eleganz der formalen Reduktion.

“Beauty is the splendor of Truth.”
 

In den dreiβiger Jahren übernimmt Mies van der Rohe die Leitung des Armour Institute in Chicago, wo er Florence Schust, die spätere Ehefrau von Hans Knoll, kennenlernt. Dieses Treffen prägt nicht nur das Leben von Florence, die in Mies einen wahren Mentor sieht, sondern auch das ihres Lehrmeisters, der in der Familie Knoll den perfekten Partner für die exklusive Realisierung seines Ideals eines modernen Möbelstücks findet. Mit dem ersten Entwurf des Barcelona-Sessels aus dem Jahr 1948 wird das in den späten zwanziger Jahren entstandene Meisterwerk des Mies van der Rohe dank der Familie Knoll untrennbar mit der Geschichte des Designs verbunden sein.

“I don’t want to be interesting. I want to be good.”
 

In Deutschland geboren und ausgebildet, widmet sich Ludwig Mies van der Rohe seit seiner Jugend dem Studium der Architektur, das ihm zu internationalem Ruhm verhelfen soll. Als einer der wichtigsten Vertreter der Moderne neben Behrens, Gropius und Le Corbusier, wird er 1930 der letzte Direktor des Bauhauses vor dessen Schlieβung durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933. Nach seiner Emigration in die USA leitet er mit seiner Lehrtätigkeit und seiner praktischen Arbeit als Architekt eine bedeutende Epoche der Baukultur Amerikas ein, wo er das Farnsworth House, die Crown Hall des IIT und das Seagram Building In New York – alles Meilensteine der internationalen Moderne – entwirft.

“We refuse to recognize problems of form, but only problems of building.”
 

Als einer der Hauptvertreter der Architektur des 20. Jahrhunderts beschäftigt sich Mies van der Rohe in den Jahren 1927 mit dem Entwurf geradliniger Möbel mit Metallstruktur, den Symbolen der Moderne, zu welchen auch die Modelle aus den Kollektionen Barcelona und MR zählen. Diese Jahre sind geprägt durch die gemeinsame experimentelle Arbeit mit Rietveld, Stam und Breuer und den starken Einfluss der Bauhausästhetik. Die nüchterne Linienführung seiner Entwürfe bildet den Kulminationspunkt der zahlreichen Vorschläge dieser Periode, von denen einige 1927 in der Weiβenhofsiedlung in Stuttgart vorgestellt wurden, einer Siedlung, die nach den Grundsätzen der gröβten Meister der Epoche Behrens, Le Corbusier, Gropius und selbstverständlich Mies van der Rohe realisiert wurde.

“Architecture is the will of an epoch translated into spaces.”
 

Eines der brisantesten Symbole der modernen Architektur des 20. Jahrhunderts ist gewiss der gläserne Wolkenkratzer, den Mies van der Rohe 1922 entwirft: Ein sachlicher Bau aus Metall und Glas, der durch absolute Transparenz geprägt ist. Diese Transparenz kennzeichnet bereits das Farnsworth House, ein “Glashaus”, das in dem kühnen Postulat, dass weniger mehr ist und die Form, sofern spricht und keines Beiwerks bedarf (das berühmte “Less is More”), die Wesentlichkeit des Archetypus und die Synthese des Manifests in sich vereint.

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