Happy Birthday Stapelliege
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Wie lebt und altert man als Familie – und bewahrt dabei seine eigene Unabhängigkeit?
Inmitten der Natur, unweit der weltberühmten Niagara Falls, steht ein Haus, das Nähe neu definiert: zwischen Generationen ebenso wie zur Natur. Denn das Gebäude übersetzt das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Autonomie in eine klare architektonische Form: Offen zur Landschaft, präzise in der Struktur, verbindet es Rückzug und Zusammenleben – und zeigt, wie Architektur familiäre Beziehungen räumlich organisieren und zugleich sensibel in ihren Kontext einbetten kann.
Das Architekturbüro Williamson Williamson entwarf das Mehrgenerationenhaus für eine Familie, die gemeinsam altern wollte – auf einem großzügigen Grundstück am Rand eines idyllischen Naturschutzgebiets und in Sichtweite eines Flusses. Der zweigeschossige Bau reagiert sensibel auf Topografie und Umgebung: Statt aus einem monolithischen Volumen besteht er aus zwei eigenständigen, rechtwinklig zueinander stehenden Baukörpern. Die zwei autonomen Wohnbereiche, die so entstanden sind, sind durch großzügige Begegnungszonen miteinander verbunden – und bieten viel Raum für die ganze Familie.
Versetzt übereinandergestapelt, formen die beiden Baukörper einen geschützten Innenhof, um den sich die gemeinschaftlichen Räume gruppieren. Während die barrierefreie Wohnung der Eltern ebenerdig organisiert ist, öffnet sich der Hauptwohnbereich in doppelter Höhe zur Landschaft. Ein zentrales Element verbindet die beiden Ebenen: eine skulpturale Wendeltreppe aus Holz. Sie verbindet nicht nur Geschosse, sondern inszeniert den Übergang zwischen den privaten Rückzugsorten und den gemeinsam genutzten Räumen.
In Materialität und Detail spiegelt das Haus seine enge Verbindung zur Umgebung. Der Sockel ist mit lokalem Kalkstein verkleidet, dessen horizontale Schichtung die geologischen Formationen der Region aufnimmt, während darüber vertikal strukturierte Zedernholzflächen Wärme und Leichtigkeit ausstrahlen. Große Verglasungen rahmen gezielt Ausblicke auf den Creek, den Hof und die Vegetation und holen das wechselnde Licht tief in den Innenraum. So entsteht eine Architektur, die nicht auf Abgrenzung, sondern auf Beziehung setzt. Gleichzeitig erfüllt der Bau höchste funktionale Anforderungen: Die Wohnung der Eltern ist vollständig barrierefrei und mit durchdachten Details ausgestattet, die Sicherheit und Alltagstauglichkeit gewährleisten. Nachhaltige Maßnahmen wie eine hochgedämmte Gebäudehülle, dreifach verglaste Fenster und Solarmodule reduzieren den Energiebedarf und verlängern die Lebensdauer der Konstruktion. Das Haus zeigt damit exemplarisch, wie architektonische Klarheit, funktionale Präzision und atmosphärische Qualität zusammenwirken können – als langlebiger Rahmen für ein Leben im Wandel der Generationen.
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